Tonwertkorrekturen

Ein Foto mit einem homogenen Tonwertumfang sollte von den hellsten Stellen im Bild, die gerade noch Zeichnung besitzen, über die Stellen mit neutralem Grau, bis zu den dunkelsten Stellen alle Tonwerte vertreten haben. Wenn man die Anzahl der Pixel mit gleichem Tonwert zä;hlt, dann sollten die neutralgrauen Pixel am häufigsten vorkommen und sowohl die helleren, wie auch die dunkleren Pixel sollten mit zunehmender Intensität zahlenmäßig abnehmen.

Übertragt man die Zahlen von Dunkel nach Hell in ein Säulendiagramm, so erhält man im Idealfall eine Gauß’sche Normalverteilungskurve. In Abb. 1 sehen Sie die Darstellung eines Histogramms mit einer absolut harmonischen Verteilung der Helligkeitswerte von Dunkel nach Hell aus Vereinfachungsgründen  nur mit 20 Tonwerten.

theoretische Darstellung einer normalen Helligkeitsverteilung

 

Bei realen Bildern handelt es sich natürlich um wesentlich mehr Tonwerte. Deshalb sieht das Histogramm (so heißt ein solches Diagramm) aus, wie ein Gebirge in einem Schnittbild (Abb.2). Man kann an diesem Histogramm sehr gut erkennen, dass in diesem Foto die dunklen Töne vorherrschen. Man sieht deutlich, dass die „Berge“ links von der Mitte höher sind als rechts davon. Ebenso erkennt man, dass alle Tonwerte von schwarz bis weiss vertreten sind.

Befinden sich auf der linken Seite (schwarz) und/oder auf der Rechten Seite (weiß) keine Pixel (Nulllinie), so sind die dunkelsten bzw. hellsten Werte im Bild nicht vorhanden. D.h. das Bild reicht in seinem Tonwertumfang nicht von schwarz bis weiß, sondern nur von dunkelgrau bis hellgrau. Die allermeisten Motive besitzen jedoch einen Tonwertumfang von schwarz bis weiß, denn schon ein Glanzeffekt in den Augen führt zu weißen Tonwerten auf dem Histogramm.

Die Tonwertspreizung

Damit man in seinem Foto eine ausgewogene Tonwertverteilung erhält, nimmt man eine Tonwertspreizung vor. Das geht ganz einfach folgendermaßen: Man schiebt das kleine Dreieck, was sich unterhalb der Linie befindet, bis zu dem Punkt auf der Linie, wo sich die Kurve von der Nulllinie abhebt. Dazu klickt man auf das Dreieck und schiebt es mit gedrückter Maustaste nach links(weißes Dreieck) bzw. nach rechts (schwarzes Dreieck).

Abbild eines normalen Histogramms

Wenn man sich anschließend das Bild betrachtet, sieht man eine Erhöhung des Kontrastumfangs. Nicht jedes Bild verträgt eine komplette Tonwertspreizung, probieren Sie es ruhig aus! Wenn einem das Ergebnis nicht gefällt, kann man es ja wieder zurück nehmen (Bearbeiten:Rückgängig oder bei Photoshop im Protokoll einen Schritt zurück).

Weißpunkt – Schwarzpunkt – Neutralgraupunkt

Eine weitere Möglichkeit eine Tonwertkorrektur am Bild vorzunehmen, ist das Setzen von Weiß- Schwarz- oder Graupunkt. Wenn in einem Histogramm z.B. die hellsten Töne nicht vertreten sind, obwohl solche Töne im Bild vorhanden sind, dann ruft man in Photoshop den Dialog Tonwertkorrektur und sucht sich im Bild eine Stelle im Bild die sehr hell ist, aber gerade noch Zeichnung haben sollte. Klickt jetzt auf die rechte Pipette im Dialog Tonwertkorrektur und anschließend klickt man noch einmal auf die hellste Stelle.

Darstellung eines Histogramms nach Tonwertkorrektur

 

In der Praxis habe ich festgestellt, dass das Finden des Weiß- bzw. Schwarzpunktes in der Praxis einer Menge Übung bedarf, denn wenn man eine Stelle triftt, die nicht die hellste Stelle im Bild ist, hat man an eben diesen noch helleren Bereichen ausgefressene Lichter. Analog dazu hat man an den dunkelsten Stellen abgesoffene Partien. Noch schwieriger ist den Graupunkt zu setzen, denn dieser sollte idealerweise ca. 18% Reflexion (Neutraggrau) enthalten.

Nach meiner Meinung ist der Umgang mit dem Histogramm gerade für Anfänger in der Bildbearbeitung am leichtesten, weil man hier durch probieren am schnellsten zu brauchbaren Ergebnissen kommt. Ich kann eigentlich nur jeden ermuntern, es einmal auszuprobieren. Man wird feststellen, das viele Bilder an Brillanz gewinnen. Abschließend sei noch auf die Möglichkeit der automatischen Tonwertkorrektur hingewiesen, die viele Programme mittlerweile bieten. In den meisten Fällen erhält man schon damit brauchbare Ergebnisse. Sollte einem das Ergebnis nicht gefallen, kann man ja immer noch gezielt eingreifen.

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