Schärfentiefe

Junge im Gras mit Schärfentiefeverlauf
Eines der bedeutendsten Mittel der Bildgestaltung ist der gekonnte Einsatz der Tiefenschärfe (oder auch Schärfentiefe). Dies bezeichnet den Bereich, der vor und hinter dem eigentlichen Fokuspunkt noch scharf abgebildet wird. Dieser Bereich ist von der gewählten Blende abhängig. Eine kleine Blende (=hohe Blendenzahl) bildet einen größeren Bereich vor und hinter dem Fokuspunkt scharf ab, als eine offene Blende (kleine Blendenzahl).
An obigen Beispiel sieht man sehr gut den Verlauf der Tiefenschärfe. Die Grasbüschel im Vordergund sind noch unscharf. Das bildwichtige Gesicht des Jungen ist scharf und der Hintergrund verschwimmt wieder in Unschärfe.
Ganz wichtig: Bei Portraits müssen die Augen die größte Scharfe aufweisen. Gerade Autofocussysteme verlagern den Fokuspunkt schon mal gerne auf die Nasenspitze.

 

grafische Darstellung der Tiefenschärfe bei kleiner Blende
grafische Darstellung der Tiefenschärfe bei großer Blende

Schema links: kleine Blende                         Schema rechts: große Blende

Oben sehen wir die schematische Darstellung. Links sehen wir den grauen Tiefenschärfebereich einer kleinen Blendenöffnung! Rechts die Tiefenschäfeausdehnung des gleichen Motivs bei einer großen Blende.
Durch die Wahl der Blende beeinflussen wir also nicht nur die Menge des Lichts, welche auf den Sensor trifft, sondern auch die größe des Bereichs, der vor und hinter dem Motiv noch scharf abgebildet wird.
Diese physikalische Gegebenheit macht man sich in der Bildgestaltung zunutze, indem man Bildwichtiges scharf abbildet und Bildunwichtiges in Unschärfe verschwimmen läßt. So kann man beispielsweise Personen vor einem unruhigen Hintergrund herauslösen. Man blendet störende Elemente quasi einfach aus.

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