Belichtung

Die korrekte Belichtung eines Bildes wird durch die Größe der Blendenöffnung und die Länge der Zeit bestimmt, die der Verschluß geöffnet ist! Dabei gilt, eine Blendenstufe weiter geöffnet, bedingt eine Halbierung der Belichtungszeit. Ein Beispiel: Nehmen wir einmal an, ein Foto ist bei Blende 8 und 1/125 Sek. körrekt belichtet. Dann gelten folgende Kombinationen als korrekte Belichtung

Blende / Verschlußzeitkombinationen
Blende Verschlußzeit
2.8 1/1000
4 1/500
5.6 1/250
8 1/125
11 1/60
16 1/30

 

Diese für uns Fotografen recht übersichtliche Blenden/Belichtungskombinationen ergeben sich aus der Tatsache, dass die jeweils nächsthöhere Blende nur halb soviel Licht auf den Sensor fallen läßt, wie die nächst tiefere Blende. Leider wird diese einfache Erkenntnis dadurch erschwert, dass eine höhere Blendenzahl eine kleinere Blendenöffnung bedeutet und analog dazu, eine kleinere Blendenzahl eine größere Blendenöffnung. Alles klar?

Das hört sich im ersten Augenblick alles recht technisch an. Aber dieses Prinzip hat eine enorme Bedeutung für die fotografische Praxis. Wie wir im Kapitel www.mein-fotohobby.de/die-blende nachlesen können, steuert man mit der Blende die Tiefenschärfe. Dies ist der Bereich, der vor und hinter dem Fokuspunkt noch scharf abgebildet wird. Wenn wir also ein Foto machen wollen, welches einen möglichst geringen Tiefenschärfebereich aufweist, dann muß die Blende möglichst weit (Blende <4, wenn möglich) und die Belichtungszeit entsprechend kurz gewählt werden. Im umgekehrten Fall (möglichst großer Tiefenschärdebereich) muss also die Belichtungszeit entsprechend verlängert werden.

„Was soll das? Das macht doch meine Kamera alles automatisch!“ wird der Eine oder Andere jetzt vielleicht denken. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit.

Die Belichtungsautomatik der heutigen Kameras stellt meist auf eine mittlere Zeit/Blendenkombination ein, in unserem Fall wahrscheinlich auf Blende 8 und 1/125 Sek. Anders verhalten sich die vielfach vorhandenen Belichtungsprogramme für Portraits, Landschaft-, Sport-, Nachtaufnahmen,etc.. Diese Programme legen z.B bei Portraitaufnahmen im entsprechenden Programm dann die Priorität auf offene Blende. Allerdings muss man diese dann auch nutzen. Besser für das bewußte Fotografieren sind die teilweise vorhandenen Blenden- bzw. Zeitautomatik. Denn dabei muss man noch manuell die Blende vorwählen, die Kamera steuert dann die Belichtungszeit oder umgekehrt. Die manuelle Wahl von Zeit und Blende ist allemal die intensivste Auseinandersetzung mit der Fotografie und dem Motiv. Ich kann nur jedem empfehlen, dessen Kamera die Möglichkeit bietet sich von Zeit zu Zeit mit der manuellen Belichtung  zu befassen. Denn  sich wieder auf die Wurzeln der Fotografie zurück zu begeben, ist ein ganzes Stück sinnliche Fotografieerfahrung und bringt uns unserem Hobby ein Stück näher.