Die Wahl des Bildformats

Hochformat Altea Eine der ersten Entscheidungen, die man trifft, wenn man zur Kamera greift, ist die Wahl des Formats: Hoch- oder Querformat? Das Querformat ist das häufiger eingesetzte Format. Warum eigentlich? Mehr Spannung verleiht in den meisten Fällen das Hochformat. Es gibt natürlich Motive, die schreien förmlich nach einem bestimmten Format: Eine stehende Person, ein Leuchturm oder ein Wolkenkratzer sind für das Hochformat prädestiniert. Auch die meisten Portraits werden in diesem Format belichtet. Das Querformat unterstreicht die Weite einer Landschaft.

Aber muß das so sein? Die Antwort ist ebenso klar wie eindeutig: Natürlich muß das nicht so sein! Eine Landschaft im Hochformat bezieht aus einem geschickt einbezogenem Vorder- oder Hintergrund seine Spannung. Gerade die beiden hier gezeigten Bilder demonstrieren, daß ein und dasselbe Motiv durchaus in beiden Formaten wirkungsvoll in Szene gesetzt werden kann.

 

 

 

 

Querformat Altea

Im Allgemeinen wirken Querformataufnahmen statischer als Hochformate. Aber gerade wenn man ein Format wählt, welches nicht unserer angestammten Sehweise entspricht, erzeugt man eine eindrucksvolle Spannung. Manchmal ist ein Format auch durch die Art der Verwendung vorgegeben. Z.B., wenn man Bilder für eine „Dia-“ oder „Multimediashow“ aufnimmt. Dann ist es sinnvoller sich durchgängig für das Querformat zu entscheiden, denn bei der Präsentation sieht ein einheitliches Format allemal besser aus, als ein ständiger Wechsel. Übrigens: In englischer Sprache heißt das Hochformat portrait und das Querformat landscape.

 

 

 

Das Panoramaformat

Fotolia: Kasia Biel

Immer mehr Beachtung findet das Panoramaformat. Weite Verbreitung fand dieses Format schon in der analogen Fotografie durch APS. Allerdings war das kein wirkliches Panorama. Die Bilder wurden auf breiteres Papier belichtet, indem man das Bild insgesamt etwas vergrößerte und den oberen und unteren Bildrand einfach abschnitt. Weitaus schwieriger hatten es die Diafotografen! Wer mithilfe von Dias Panoramen projizieren wollte, der mußte zunächst einmal gezielt für das Format fotografieren, denn ein solches Breitwandfoto entstand durch die Nebeneinanderprojektion von mindestens 2, häufig sogar 3 Fotos. Die einfachste Lösung bestand darin, 2 Bilder nebeneinander auf Stoß zu projizieren (Hardedge). Dabei entstand meist ein unschöner Saum mitten durchs Bild. Wer es eleganter haben wollte, ließ 2 Fotos etwa je zu einem Drittel überlappen. Wirkliche Meister dieses Genres stellten 3 Bilder nebeneinander und ließen das mittlere von den beiden Äußeren jeweils entsprechend überlappen. Was sich hier in der Theorie so einfach anhört, verursacht in der Praxis eine Menge von Problemen. Das beginnt bei der Fotografie, geht weiter bei der pinregistrierten Rahmung der Dias, bis zur äußerst exakten Justierung der 3 Projektoren. In der Digitalfotografie ist das heute einfacher geworden. Einige alte Probleme nimmt uns heute spezielle Stitching-Software ab. So nennen sich die Programme, die aus mehreren Einzelbilder ein Panorama zusammensetzen. Aber es kommen auch andere hinzu, wie z.B. Farbverschiebungen und Weißabgleichsprobleme, die es früher so nicht gab. Aber auch hier leisten manche Programme schon gute Dienste, indem sie die Bilder auf ein entsprechend einheitliches Niveau angleichen. Etliche moderne Digicams bauen in der Kamerasoftware mehrere Bilder zu einem Panorama zusammen, sodass ein fertiges Panorama auf die Karte gespeichert wird. Wer sich jedoch ernsthaft mit dem Thema Panoramafotografie auseinandersetzen will, der sollte die Kosten für ein stabiles Stativ nicht scheuen. Die Bereitschaft ein solches ‚Monstrum‘ zur Location zu schleppen, ist noch einmal etwas ganz anderes. Andere Formate wie zum Beispiel das quadratische Aufnahmeformat spielen keine entscheidende Rolle. Zwar kann man per Bildverarbeitung ein Hoch- oder Querformat jederzeit zu einem Quadrat zerschneiden. Aber als originäres Format fällt es in der Hobbyfotografen-Szene wohl weitestgehend aus. Dafür liegen die Preise für ein Mittelformatbody mit Digitalrückteil für Hobbyfotografen einfach zu hoch.

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